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Im Vordergrund stehen Schafe, im Hintergrund stellt ein Schäfer einen Elektrozaun auf.

Walkmühlenhof

Betriebsinformationen

  • Betriebstyp: Haupterwerb
  • Betriebsgröße: 230 ha, davon 70 ha Grünland, inkl. 24 ha Weide
  • Weidetierart: Rinder
  • Rasse: Fleckvieh Simmental, Herdbuchzucht
  • Haltungsform: Mutterkühe, Ochsenmast
  • Anzahl Weidetiere: 40
  • Weidehaltung: Koppel, Dauerweide im Sommer (Mai bis November), Laufstall mit Auslauf im Winter
  • Region: Sachsen

Herdenschutz

  • Elektrifizierter Festzaun; 5 Litzen bis 1,20 m Höhe, unterer Abstand 15 cm
  • Abkalbung im Stall, dieser kann geschlossen werden
  • Stromversorgung der Zäune über häusliches Stromnetz
  • Dauerhaftes Erdungssystem mit drei Erdstäben

Beschreibung

Seit 2002 führt Elke Neubert ihren Walkmühlenhof im Landschaftsschutzgebiet Dahlener Heide an der Elbe im Norden Sachsens. Dort betreibt sie Acker- und Ackerfutterbau und hält eine Mutterkuhherde.

2019 wurden erstmals durchziehende Wölfe (Einzeltiere) am Betrieb und in der Umgebung gesichtet. Die Betriebsleiterin Elke Neubert ließ sich daraufhin durch das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie zu Herdenschutzmaßnahmen beraten. Eine Förderung zum Herdenschutz für Rinder ist bisher in Sachsen nicht möglich. Zum Schutz der Mutterkuhherde installierte sie einen fünf-litzigen Festzaun, der die 22 ha große, hofnahe Koppel umgibt. Zwei Mal täglich überprüft Frau Neubert die Spannung mit einem manuellen Messgerät am Zaun. Während der Vegetationsperiode mäht sie durchschnittlich alle 14 Tage den Aufwuchs am und unter dem Zaun mit einem Zaunmulcher, der als Ausleger am Traktor befestigt ist. Stark wucherndes Kraut, Ranken und nachwachsende Äste der zaunnahen Bäume entfernt sie regelmäßig manuell.

Zum Schutz der Kälber erfolgt die Abkalbung bis spätestens Mitte April im Abkalbestall. 2021 riss ein Wolf ein Kalb im Auslauf, der durch eine poröse Stelle des 1,20 m hohen Maschendrahtzaun eindringen konnte. Der Zaun erfüllt den gesetzlichen Mindestschutz, er war jedoch nicht elektrifiziert und ohne Untergrabschutz. Eine Nachrüstung auf einen fünf-litzigen Elektrozaun ist geplant. Auf der Innenseite mit 50 cm Abstand befindet sich ein elektrifizierter Festzaun mit 2 Litzen auf 30 und 60 cm Höhe, der zum Abstandhalten der Kühe dient.

Kontaktmöglichkeiten

Schulung: Bei Interesse an einer Herdenschutz-Schulung auf diesem Betrieb schreiben Sie bitte eine Nachricht an herdenschutz@dvl.org

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