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Macht die GAP weidetierhaltende Betriebe zukunftsfähiger?

30.03.2022

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „ELER & Umwelt“ der Deutschen Vernetzungsstelle Ländliche Räume (DVS) am 16. März 2022 moderierte der DVL einen Workshop für die Weidetierhaltung. Eine Aufzeichnung der Veranstaltung und die Präsentation der Referenten finden Sie hier.

„Macht die neue GAP unsere weidetierhaltenden Betriebe zukunftsfähiger?“ Diese Frage stellte der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) im Rahmen der Veranstaltungsreihe „ELER und Naturschutz“ der Deutschen Vernetzungsstelle Ländliche Räume (DVS). Expertinnen und Experten wurden im Hinblick auf die Weidetierhaltung um eine erste Einschätzung zum deutschen GAP-Strategieplanentwurf gebeten. Die Weidtierhaltung sollte vor allem wegen ihrer positiven Auswirkungen auf die Artenvielfalt besser unterstützt werden als bisher. Die neue GAP will das berücksichtigen. Ob diese Verbesserungen aber nur auf dem Papier stehen oder aber für die Praxis eine Trendwende bedeuten, muss sich zeigen! „Vor allem für die notwendige Bewirtschaftung von extensivem Grünland müssen wir die Weidetierhaltung attraktiver machen. Eine weiteres Betriebssterben müssen wir verhindern, denn wir können auf keinen einzigen Betrieb verzichten“, betont Dr. Jürgen Metzner, Geschäftsführer des DVL.

Maßnahmen besser aufeinander abstimmen

Nach Einschätzung der Expertinnen und Experten müssen neue und alte Förderelemente der GAP auf weidetierhaltende Betriebe optimal ausgerichtet und verfügbar gemacht werden. Dazu zählen vor allem die die neuen Öko-Regelungen der Ersten Säule, wie Extensivierung des gesamten Dauergrünlandes auf dem Betrieb sowie die geplanten Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen der Zweiten Säule. „Dieses Zusammenspiel ist eindeutig verbesserungswürdig“, unterstrich Dr. Norbert Röder vom Thünen-Institut. Positiv sieht Röder, dass einige bisherigen Hemmnisse bei der Förderfähigkeit von Flächen beseitigt seien. Dies betreffe zum Beispiel die Einbeziehung von Landschaftselementen oder von Seggen- und Binsenbestände in die förderfähige Grünlandfläche.

Programmgestaltung nach Vorbild Baden-Württembergs

Gute Beispiele für eine bessere Ausrichtung der Förderprogramme auf die Weidetierhaltung liefert Baden-Württemberg. Hier wird den Betrieben ein ganzes Set an Maßnahmen wie eine Sommerweideprämie, eine Prämie zur Extensivierung von Grünland oder Unterstützung beim Herdenschutz angeboten, die für die neue Förderperiode überarbeitet und optimiert wurden. Für Michael Kretzschmar vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg sind gut ausgestaltete Programme der Zweiten Säule das entscheidende Top up, um Weidetierhaltung finanziell attraktiv zu gestalten.

Zukunftssicherung jetzt!

Positiv werden die neuen gekoppelten Zahlungen für Mutterkuhbetriebe und Schäfereien gesehen. Elisabeth Fresen, Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und Mutterkuhhalterin legte einen Fokus auf die zahlreichen Milchviehbetriebe, die auch Weidetierhaltung praktizieren. Sie kommen nicht in den Genuss dieser gekoppelten Zahlungen. Laut Andreas Schenk vom Bundesverband der Berufsschäfer reichen gekoppelte Zahlungen allein nicht aus, um die Zukunftsfähigkeit der Betriebe zu sichern. Es gehe dabei nicht darum, den „Niedergang der Betriebe hinauszuzögern, sondern die Zukunft der Schäfereien zu sichern!“


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