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Kooperation und Vernetzung von Herdenschutz- und Beweidungsakteuren

06.12.2021

Die Vermittlung von Expertenwissen und die Vernetzung von Akteuren, die in der Beweidung und im Herdenschutz aktiv sind, gehören zu den Schwerpunkten des DVL-Projekts „Herdenschutz in der Weidetierhaltung“. Hier stellen wir einige unserer Aktivitäten vor. 

Ein gutes Instrument zur Förderung der Beweidung von vor allem Naturschutzflächen ist die Erstellung von Beweidungskonzepten. Das vom DVL 2018 entwickelte „Schäferrevierkonzept“ stellt dabei den tierhaltenden Betrieb mit seinen Flächen in den Mittelpunkt. Dieses Konzept wird aktuell in Zusammenarbeit mit dem LPV Main-Spessart um die Aspekte des Herdenschutzes erweitert. 

Anlässlich dieses Themas hatte das DVL-Herdenschutzteam zwei Besprechungen mit Projektteams: Das Projekt „Schaf schafft Landschaft“ im Werratal zwischen Hessen, Thüringen und Niedersachsen beschäftigt sich damit, nachhaltige Strukturen zu schaffen, um die Wirtschaftlichkeit der schafhaltenden Betriebe zu verbessern und die Arbeitsbelastung zu verringern. Für das Flächenmanagement wurde ein ArcGis-basiertes System mit Schnittstelle zu mobiler Nutzung entwickelt, in dem der Abruf von Flächendaten möglich ist. Darüber hinaus wurde ein Gerätepool, z.B. mobile Tränken und Ställe, für die Betriebe eingerichtet. Das Projektteam aus Uni Kassel, LPV im Geopark Frau Holle Land (Hessen) und LPV Eichsfeld-Hainich-Werratal (Thüringen) ist bestrebt, zukünftig auch Herdenschutzmaßnahmen einzuplanen und so die Weidetierhaltenden besser zu unterstützen. Weitere Informationen unter www.schafland17.de  

In Baden-Württemberg hat der LEV Heidenheim die Aufgabe übernommen, ein Schäferkompetenznetzwerk aufzubauen. In Zusammenarbeit mit Experten aus Landesschafzuchtverband, Schäfern und Vertretern verschiedener Ministerien sollen Lösungswege erarbeitet werden, die die Situation der baden-württembergischen Schäfer verbessern. Aktuelle Themen sind z.B. die Verfügbarkeit von Pferchflächen verbessern, indem mit dem Umweltministerium eine Förderung entwickelt wird, die Landwirte für die Bereitstellung entschädigt, und die Entwicklung von Lösungsansätzen für das Pferchen im Wald. Ein weiteres Thema für die Mitarbeiterinnen des Netzwerks ist, die Anleitung des Schäferrevierkonzepts mit der Herdenschutz-Erweiterung auf Baden-Württemberg anzupassen. Auch hier wurde eine Zusammenarbeit vereinbart. 

Ganz konkret wurde es bei der Kooperationsveranstaltung „Herdenschutz-Infotag Südniedersachsen“ mit den Landschaftspflegeverbänden Göttingen und Goslar, der Landwirtschaftskammer Niedersachsen am 1. Oktober 2021. Dort diskutierten rund 80 Teilnehmende vor Ort mit den 20 anwesenden Zaunausstellern und Herdenschutzberatenden die Möglichkeiten und Grenzen des Herdenschutzes insbesondere in Hanglagen. 

In einer Online-Veranstaltung in Kooperation mit dem neuen Koordinationszentrum Luchs und Wolf (KLUWO) Rheinland-Pfalz am 10.11. für Weidetierhaltende im Präventionsgebiet Westerwald wurden 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die aktuelle Lage, die notwendigen Herdenschutzmaßnahmen sowie die Fördermöglichkeiten informiert.  

Auch mit dem seit diesem Jahr eingerichteten Bundeszentrum für Weidetiere und Wolf in Eberswalde fand ein Austauschtreffen statt. Das Bundeszentrum soll unter anderem den Dialog zwischen Weidetierhaltern, den Verbänden des Naturschutzes und der Öffentlichkeit fördern sowie die Übersicht und Optimierung von Herdenschutzmaßnahmen vorantreiben. Die beiden Teams besprachen Überschneidungen der Aufgabenfelder und mögliche Synergien. 

In Planung ist eine Kooperationsveranstaltung mit dem Grünlandzentrum Niedersachsen / Bremen und der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zum Thema „Herdenschutz in der Milchviehhaltung“ im Februar 2022. 

Mit diesen Aktivitäten und der Schulungsreihe „Herdenschutz“ leistet der DVL einen Beitrag zur Förderung von Herdenschutzmaßnahmen und damit zum Schutz von Weidetieren und unterstützt Weidetierhaltende und Multiplikatoren. 


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