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Herdenschutz: Schulungsreihe startet

15.02.2021

Mit der Rückkehr der Wölfe in ihre ehemaligen Verbreitungsgebiete entstehen Konflikte, für die im Fachartikel dieses Rundbriefs zehn Lösungsansätze beschrieben sind. Wölfe sind Nahrungsopportunisten und suchen das am leichtesten zugängliche Futter. Analysen aus Sachsen-Anhalt zeigen, dass Nutztiere etwa 1% des Nahrungsanteils der Wolfsrudel ausmachen. Um Schäden für Weidetierhaltende dauerhaft möglichst gering zu halten, ist der flächendeckende Schutz vor allem von kleinen Weide- und Jungtieren in Wolfsgebieten notwendig. Wenn Wölfe lernen, dass sich ungeschützte Weidetiere leicht erbeuten lassen, spezialisieren sie sich darauf und geben die Jagdtechniken auch an ihre Nachkommen weiter. Gefahren gehen daher auch von durchziehenden Wölfen aus.

Weidetiere, insbesondere Schafe und Ziegen, sind besonders gefährdet und benötigen ausreichende und wirksame Schutzmaßnahmen. Das Risiko von Wolfsübergriffen lässt sich durch bewährte und wirksame Herdenschutzmaßnahmen wie zum Beispiel mobile Elektrozäune, elektrifizierte Festzäune und Herdenschutzhunde deutlich verringern. Förderprogramme für Herdenschutz gibt es bereits in allen Bundesländern in unterschiedlicher Ausführung. Die Erfahrungen von Herdenschutzberatenden und Rissbegutachtenden zeigen, dass Risse vor allem ungenügend geschützte Tiere treffen oder Fehler bei der Durchführung von Herdenschutzmaßnahmen die Wirksamkeit des Schutzes deutlich verringern.

Im DVL-Projekt „Herdenschutz in der Weidetierhaltung“ entwickeln wir daher Multiplikatorenschulungen für den Herdenschutz und sehen in der Unterstützung von Weidetierhalterinnen und -haltern hinsichtlich der Anwendung guter fachlicher Praxis im Herdenschutz ein wichtiges Aufgabengebiet der Landschaftspflegeorganisationen. Die Schulungsreihe wird im April 2021 mit drei Online-Schulungen zu lösungsorientierter Kommunikation im Gespräch beginnen. Darin werden Werkzeuge zur eigenen Positionierung, zur Krisenkommunikation und sachlich-konstruktiven Diskussion rund um das Thema Wolf und Herdenschutz vorgestellt. Die Termine werden zeitnah bekannt gegeben. Weitere Schulungsangebote zu guter fachlicher Praxis im Herdenschutz, wie zu Zaunsystemen, Zaunbau und zu landschaftsspezifische Inhalten, folgen im Laufe des Jahres.

Das Projekt ist Teil der Modell- und Demonstrationsvorhaben Tierschutz in der Projektphase Wissen – Dialog – Praxis. Die Förderung erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages. Die Projektträgerschaft erfolgt über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.


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